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  • Date: 21 Mar 2014
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loecherer_arbeitsrecht_hannover

Das LAG Baden-Württemberg hat eine für Arbeitnehmer wichtige Klarstellung im Bereich des Urlaubsrechts getroffen. Danach trifft einem Arbeitnehmer im eigenen Interesse die Obliegenheit, eine Reise nicht vor Bewilligung des Urlaubs durch den Arbeitgeber zu buchen. Ein Arbeitnehmer handele auf eigenes Risiko, wenn er gleichwohl die Buchung eigenständig vornimmt. Selbst bei rechtswidriger Urlaubsverweigerung des Arbeitgebers erhält dann ein Arbeitnehmer auch regelmäßig keinen Schadenersatz wegen entstandener Reiserücktrittskosten. Nach Ansicht des Gerichtes trifft insoweit den Arbeitnehmer an der Entstehung dieser Kosten wegen der Vorbuchung ein ganz überwiegendes Mitverschulden (§ 254 BGB).

 

Von dem obigen Grundsatz sind jedoch Ausnahmen möglich. Sofern ein Arbeitnehmer nicht in die Betriebsorganisation des Arbeitgebers eingegliedert ist, darf er grundsätzlich darauf vertrauen, dass ihm der beantragte Urlaub seitens des Arbeitgebers auch bewilligt wird. In derartigen Fällen scheiden entgegenstehende betriebliche Belange des Arbeitgebers aus. Der Arbeitnehmer muss insoweit mit der Reisebuchung nicht bis zur Urlaubsbewilligung durch den Arbeitgeber zuwarten, da er ein berechtigtes Vertrauen in die Urlaubsbewilligung annehmen darf. Der Arbeitgeber ist somit gem. § 280 Abs. 1 BGB dem Arbeitnehmer zum Ersatz des dadurch entstehenden Schadens verpflichtet, wenn er dem Arbeitnehmer den Urlaub trotz der fehlenden Eingliederung in die Betriebsorganisation nicht gewährt. Zum Schadenersatz gehören insoweit auch anfallende Reiserücktrittskosten.

 

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