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  • Date: 21 Mar 2014
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Das hessische Landesarbeitsgericht hat entschieden, dass derjenige ein Schmerzensgeld zu zahlen hat, der seinen Kollegen bei der Arbeit durch eine betriebsferne Tätigkeit fahrlässig verletzt (Hessisches LAG, Urteil v. 20.08.2013, Az. 13 Sa 296/13).

 

Der zugrundeliegende Sachverhalt stellte sich wie folgt dar: Ein Auszubildender war mit dem Auswuchten von Autoreifen beschäftigt. Ohne Vorwarnung warf ein etwa 10 g schweres Wuchtgewicht in Richtung eines Kollegen. Der Gegenstand traf den Kollegen am Auge, der daraufhin eine Hornhaut- und Oberlidrandverletzung erlitt. Der Geschädigte leidet dauerhaft seit diesem Vorfall an einer Sehverschlechterung sowie dem Verlust des räumlichen Sehvermögens.

 

Das gerichtliche Verfahren wurde durch zwei Instanzen geführt, wobei der Auszubildende zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 25.000,00 € verurteilt wurde. Die Gerichte sahen es als erwiesen an, dass dieser den Kollegen fahrlässig an dessen Gesundheit beschädigt hatte. Dass ein kraftvoller Wurf mit einem Wurfgewicht derartige Verletzungen hervorrufen kann, hätte der Auszubildende wissen können und müssen. Die Gerichte gingen ebenfalls davon aus, dass vorliegend die Handlung gerade keine betriebliche Tätigkeit im Rechtssinne darstelle, bei der für Personenschäden nur für Vorsatz, jedoch nicht für Fahrlässigkeit gehaftet wird; von einer Haftungsbefreiung zugunsten des Auszubildenden sei somit vorliegend nicht auszugehen.

 

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