Geschlossene Fonds (CEF)

Das Wichtigste über geschlossene Fonds (CEF)

Geschlossene Fonds stehen wegen Betrugsfällen, schlechten Anlageergebnissen und ihrer Intransparenz heftig in der Kritik. Sie sind die risikoreichsten Bankprodukte überhaupt.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert deshalb ein grundsätzliches Verbot des aktiven Vertriebs geschlossener Fonds an Privatanleger. Er empfiehlt, maximal 5% des Gesamtanlagevolumens hierin zu investieren (bei 20.000 EUR also max. 1.000 EUR). Ferner fordern die Verbraucherschützer einen deutlich sichtbaren Hinweis auf das Risiko des Totalverlustes.

Diesen Forderungen und Empfehlungen liegen Schätzungen zugrunde, wonach über 20 Jahre hinweg 90 Prozent der geschlossenen Fonds ihr Ziel nicht erreichten und 50 bis 70 Prozent einen Verlust erzielten.

Verbraucherschützer beurteilen geschlossene Fonds wegen des Risikos des Totalverlusts für 99 Prozent der Anleger als ungeeignet.

Trotz dieser immensen Risiken, ließen gerade die großen Bankinstitute (u.a. Deutsche Bank/Postbank) diese Fonds über Jahre hinweg vertreiben, da sich an diesen Produkten hohe Provisionssätze verdienen ließen. Häufig lagen die Provisionen bei ca. 15 %, teils sogar darüber. Allein im Jahr 2010 sind laut VGF Verband geschlossene Fonds e.V. 10,8 Milliarden € in geschlossene Fonds investiert worden.

Dabei wiesen die Berater oftmals nicht ausreichend auf die erheblichen Risiken dieser Kapitalanlagen hin. Die Beratung muss sich auf sämtliche Eigenschaften und Risiken beziehen, die für die Anlageentscheidung im Einzelfall von Bedeutung sind. Insbesondere muss der Berater bei seiner Anlageberatung die Informationen über den Anleger, dessen Wissensstand, finanzielle Verhältnisse, Anlageziele und Risikobereitschaft einholen und diese Informationen auch entsprechend berücksichtigen. Gegen diese Grundsätzlichkeiten ist vielfach zuwidergehandelt worden.

Schiffsfonds

Wer nach einer profitablen Geldanlagemöglichkeit suchte, dem wurden von seiner Bank nur allzu gerne Schiffsfonds angeboten. Diese finanzierten vor allem Tanker, Containerschiffe und Massengutfrachter.
Typische Merkmale eines Schiffsfonds sind z.B.:

Es existiert ein Verkaufsprospekt, in dem die wesentlichen Angaben zum Investment und die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen beschrieben sind
Viel zu häufig gehen die Anleger nunmehr mit ihren finanzierten Frachtern baden. Ausgelöst durch die Finanz- und Schuldenkrise kam es zu bedeutenden Überkapazitäten, sinkenden Auslastungen und fallenden Charterpreisen. Bereits zahlreiche Anlegerschiffe steuerten so in die Insolvenz. Den Anlegern die mit ihrem Fondsanteil lediglich ein Stück Schiff besitzen, droht der finanzielle Kollaps, wenn ihr Schiff stillgelegt wird.

Neben dem Totalverlust der Einlage droht den Anlegern sogar die Rückforderung gezahlter Ausschüttungen.

Dieser Kapitalmarkt unterliegt zu allem Überfluss auch kaum einer staatlichen Kontrolle. Als einziger Anker dient hier die Prospekthaftung. Im Verkaufsprospekt müssen die Chancen und Risiken des Anlageprodukts beschrieben werden. Da die Bankinstitute den Verkaufsprospekt lieber als Werbeprospekt statt zur Risikoberatung verwenden, werden die erheblichen Risiken der Schiffsfonds oft nur beiläufig erwähnt.

Hier bieten sich oftmals gute Angriffspunkte, die es zu nutzen gilt, um Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen!

Lebensversicherungsfonds

Der Gedanke, Ansprüche aus Lebensversicherungsverträgen zu verkaufen, stammt ursprünglich aus Großbritannien. Bereits im 19. Jahrhundert konnten Versicherungsnehmer in Großbritannien ihre Lebensversicherung über den Londoner Finanzmakler Foster & Cranfield per Versteigerung an interessierte Investoren verkaufen.

Diese Investmentfonds erwerben bereits vorhandene Lebensversicherungspolicen (Kapital- und Risikolebensversicherungen) von Versicherungsnehmern, die diese nicht weiter unterhalten wollen. Ziel ist es, die Versicherungspolicen günstig zu erwerben, die monatlichen Versicherungsprämien zu übernehmen und am Ende der Laufzeit hohe Gewinne zu erzielen. Dabei hält die Fondsgesellschaft die Policen entweder bis zur Fälligkeit oder betreibt ihrerseits Handel mit den Policen. Auf diese Weise sollen in den Fonds hohe Renditen erwirtschaftet werden.

Doch das Geschäft ist riskanter als es zunächst scheint.

Neben speziellen Zweitmarktvermittlern sind auch Banken, Finanzberater, Insolvenzverwalter und Steuerberater am Zweitmarkt beteiligt. Dabei enthält der Markt auch viele unseriöse Angebote. Vorläufiger Höhepunkt war die Verhaftung der Geschäftsführerin der Firma Dr. Mayer & Cie. GmbH im Herbst 2011.

Doch selbst bei seriöser Vermittlung sind die Anleger oftmals schnell frustriert. Viele der großen Lebensversicherungsfonds haben seit ihrer Erstauflage entweder gar nicht, oder nur in einem Jahr und dann auch nur in geringer Höhe Gewinne ausgeschüttet. Dies liegt unter anderem an falschen Prognosen hinsichtlich der Lebenszeit der Versicherten, den historisch niedrigen Zinsen oder einem fehlerhaften Fondsmanagement.

Anleger sollten deshalb prüfen lassen, ob sie vor der Investition in die Lebensversicherungsfonds richtig beraten wurden.

Immobilienfonds

Zahlreichen Anlegern wurden in der Vergangenheit kreditfinanzierte Beteiligungen an geschlossenen Immobilienfonds verkauft. Diese galten als lukrative Investition in die Altersvorsorge, oder als Steuersparmodell. Eine langfristige Vermietung oder Verpachtung der Objekte sollte den Anlegern Sicherheit bieten und gleichzeitig für die entsprechenden Renditen sorgen.

Die Investition in geschlossene Immobilienfonds ist jedoch höchst riskant. Das Risiko ergibt sich bereits aus der Tatsache, dass die Anleger die Immobilien regelmäßig gar nicht kannten und sich bei der Investition ausschließlich auf die Berater verließen. Der Erfolg der Investition ist jedoch fast ausschließlich von der Entwicklung der Immobilie abhängig.

Oftmals sind die Anlageobjekte schon zum Investitionszeitpunkt notleidend und im Rahmen des Immobilienfonds deutlich zu gut bewertet worden. Grund hierfür ist meist der schlechte Vermietungsstand, der zu unerwartet niedrigen Einnahmen führt. Hinzu kommt, dass die entsprechenden Fonds aufgrund zahlreicher enthaltener Nebenkosten völlig überteuert sind. Häufig kommt es deshalb zu massiven Kapitalverlusten. Anleger solcher geschlossener Immobilienfonds verlieren jährlich mehrere hundert Millionen Euro. Einige der Fonds befinden sich sogar in Insolvenzgefahr.

Nur selten sind die Anleger ausreichend über die mit der Anlage verbundenen Risiken aufgeklärt worden. Die fehlerhafte Beratung erfolgte dabei nicht nur im Hinblick auf die Ertragsaussichten des Fonds, sondern auch auf die Haftungsrisiken, die sich aus der Rechtsform der Anlage (Gründung einer GmbH & Co. KG) und dem damit verbundenen Gesellschaftsvertrag ergeben.

Dank eines verbraucherfreundlichen Grundsatzurteils des Bundesgerichtshofs vom 14.06.2004 (Az.: II ZR 392/01) dürfen die Anleger auf Rettung hoffen. Die Rückabwicklung dieser Verlustgeschäfte wird dem Verbraucher hiermit deutlich erleichtert.

Wurde der Anleger vom Verantwortlichen der Fondsgesellschaft oder dem Vermittler des Geschäfts fehlerhaft beraten, oder über die Ertragsaussichten getäuscht, so kann er Darlehensvertrag rückabwickeln und sich somit aus der Ratenzahlungspflicht befreien.

Pistorius . Ott
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