Zeugnis

Wir berichten über Zeugnis

Sie recherchieren adäquate Informationen über Zeugnis, doch haben bisher nicht das richtige finden können? Als Hannoveraner Rechtsanwaltskanzlei für Arbeitsrecht und Verkehrsrecht wollen wir Sie im Vorfeld auf unserem Lexikon bestmöglich informieren. Wir wollen Ihnen im Folgenden das Wichtigste über Zeugnis verständlich erklären. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit bei.

Was ist ein Zeugnis?

Nach § 109 Gewerbeordnung (GewO) hat der Arbeitnehmer bei der Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegenüber dem Arbeitgeber einen gesetzlich geregelten Anspruch auf ein in schriftlicher Form verfasstes Zeugnis. Bis zu einer Änderung der Gewerbeordnung mit Zufügung der Regelung des § 109 GewO zum 01.01.2003 wurde der Zeugnisanspruch in § 630 BGB festgelegt. Mit der Änderung der Gewerbeordnung gilt § 630 BGB allerdings nicht mehr für Arbeitnehmer, sondern nur noch für die Erteilung eines Zeugnisses für andere Dienstverpflichtete. Von dem genauen Inhalt des Zeugnisses abhängig, trennt man ein einfaches von einem qualifizierten Zeugnis, bedingt vom Zeitpunkt der Erteilung unterscheidet man zwischen einem Zwischenzeugnis und einem (End-)Zeugnis.

Arten des Zeugnisses

Das einfache Zeugnis beinhaltet nur gesetzliche Mindestanforderungen. Darin wird weder eine Bewertung der Leistung noch des Verhaltens des Arbeitnehmers aufgeführt, sondern ausschließlich Angaben zur Art und Dauer der Tätigkeit eingefügt. Einfache Zeugnisse werden in den Fällen erteilt, in denen das Arbeitsverhältnis eine kurze Zeitspanne umfasste oder aber, wenn der Arbeitnehmer selbst einschätzt, dass ein qualifiziertes Zeugnis keinesfalls positiv ausfallen würde. Dem Arbeitnehmer ist es möglich, zu verlangen, dass sich das Zeugnis zusätzlich auf die Leistung sowie das Verhalten im Arbeitsverhältnis bezieht. In diesem Sinne spricht man von einem qualifizierten Zeugnis. Ein solches Zeugnis wird regelmäßig bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgeteilt, wobei allerdings das Zwischenzeugnis gesetzlich nicht geregelt ist. Dieses kann von dem Arbeitnehmer nicht erst bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses, sondern bereits während des laufenden Arbeitsverhältnisses verlangt werden, falls er hierfür ein berechtigtes Interesse oder einen triftigen Grund, wie etwa längere Arbeitsunterbrechungen, einen Vorgesetztenwechsel oder eine Änderung der Tätigkeit, vorlegen kann.

Form des Zeugnisses

Gemäß § 109 GewO ist das Zeugnis in Schriftform zu erteilen, die Erteilung in elektronischer Form ist dementsprechend nicht zulässig. Das Zeugnis ist persönlich zu unterzeichnen. Dabei kann die Unterzeichnung entweder durch den Arbeitgeber selbst oder den gesetzlichen Vertreter wie auch durch einen innerbetrieblichen Vertreter, welcher zumindest gegenüber dem Arbeitnehmer eine Vorgesetztenfunktion innegehabt haben muss, ausgeführt werden. Unabdingbarer Bestandteil des Zeugnisses stellt die Aufnahme des Ausstellungsdatums dar, welches grundsätzlich das Datum beschreibt, an dem das Zeugnis tatsächlich ausgestellt worden ist und nicht etwa das Datum der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Eine sogenannte Rückdatierung hat der Arbeitgeber vorzunehmen, sobald er das Zeugnis trotz Verlangen des Arbeitnehmers nicht zeitnah erteilt hat.

Das Zeugnis im Klageverfahren

Seinen Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses und auch auf Zeugnisberichtigung kann der Arbeitnehmer durch eine Klage vor dem Arbeitsgericht geltend machen. Bei einer solchen Zeugnisberichtigungsklage muss man dringlich beachten, dass der Arbeitnehmer im Grunde genommen nur Anspruch auf ein Zeugnis innehat, das seinen tatsächlichen Leistungen und seinem Verhalten entspricht (Grundsatz der Zeugniswahrheit), wobei die Ansichten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses darüber oft auseinandergehen. Im Rahmen der Darlegungs- und Beweislast hat sich im Klageverfahren in der Regel folgende Verteilung strukturiert: Grundlage für die Bewertung des Arbeitnehmers bildet eine durchschnittliche Bewertung der Note 3. Hat der Arbeitgeber im Vorhinein ein durchschnittliches oder sogar überdurchschnittliches Zeugnis ausgestellt, so ist es der Arbeitnehmer, der darlegen und nicht selten sogar beweisen muss, dass er Anspruch auf ein besseres Zeugnis erhält. Ist dem Arbeitnehmer hingegen kein durchschnittliches, sondern ein unterdurchschnittliches Zeugnis erteilt worden, liegt die Darlegungs- und Beweislast, dass der Arbeitnehmer wirklich nur unterdurchschnittlich war, beim entsprechenden Arbeitgeber.

Alles über das Arbeitsrecht

Als Hannoveraner Rechtsanwalt für Arbeitsrecht bieten wir Ihnen mit unserem vielfältigen Lexikon profunde Tipps. Neben Begriffen wie Zeugnis informieren wir Sie auch über Zeitarbeit oder Zielvereinbarung.

Pistorius . Ott
Rechtsanwälte in Partnerschaft Peter Pistorius, Jaana S. Ott, Andreas Löcherer *
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