Verhaltensbedingte Kündigung

Nähere Infos über Verhaltensbedingte Kündigung

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Wie erläutert sich der Begriff Verhaltensbedingte Kündigung?

Neben den sogenannten betriebs- oder personenbedingten Gründen ist es möglich, dass eine Kündigung nach § 1 Abs. 2 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) unter anderem auch dann sozial gerechtfertigt sein kann, wenn sie durch Gründe bedingt ist, die im Verhalten des Arbeitnehmers liegen. Dementsprechend wird bei solchen Gründen im Verhalten des Arbeitnehmers von einer verhaltensbedingten Kündigung gesprochen, dessen Regelungen eine Ausprägung des allgemeinen Kündigungsschutzes für Arbeitnehmer im Rahmen des Kündigungsschutzgesetzes darstellen. Dass die verhaltensbedingte Kündigung in § 1 Abs. 2 KSchG verfasst ist, hat zur Folge, dass derartige Bestimmungen nur dann greifen, wenn das Kündigungsschutzgesetz wirklich Anwendung findet, was bedeutet, dass der Arbeitnehmer die Wartezeit von 6 Monaten nach § 1 KSchG erfüllt hat und nicht in einem Kleinbetrieb nach § 23 KSchG angestellt ist. Aus vielfältigen Gründen kann sich eine verhaltensbedingte Kündigung entwickeln. Diese Gründe reichen von leichteren Pflichtverletzungen, wie etwa die Verletzung der Anzeige- und Nachweispflichten im Krankheitsfall, über unentschuldigtes Fehlen sowie Schlecht- und Minderleistungen bis hin zu schwerwiegenden Vertragspflichtverletzungen, wie beispielsweise Konkurrenztätigkeiten oder Straftaten zu Lasten des Arbeitgebers.

Abgrenzung der verhaltens- und der personenbedingten Kündigung

Im Einzelfall kann die Spezifizierung der verhaltensbedingten Kündigung von der personenbedingten Kündigung zu Problemen führen, wobei die Umstände für eine verhaltensbedingte Kündigung ebenfalls und letztendlich bei dem Arbeitnehmer liegen. Der entscheidende Unterschied zwischen verhaltensbedingter und personenbedingter Kündigung befindet sich im Steuerungsvermögen mittels des Arbeitnehmers. Im Falle einer verhaltensbedingten Kündigung ist der Arbeitnehmer in der Lage, das der Kündigung zu Grunde liegende Verhalten zu steuern und im Grunde genommen auch anders zu handeln, während er bei personenbedingter Kündigung auf die Störung, welche die Kündigung ausgelöst hat, keinen Einfluss hat.

Voraussetzungen für eine verhaltensbedingte Kündigung

Im Szenario des Kündigungsschutzgesetzes müssen für eine effiziente verhaltensbedingte Kündigung die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

Ist vor der verhaltensbedingten Kündigung eine Abmahnung erforderlich?

In der Regel ist zeitlich vor jeder verhaltensbedingten Kündigung erforderlich, dass der Arbeitnehmer im Voraus aufgrund einer äquivalenten Pflichtverletzung abgemahnt worden ist. Für die verhaltensbedingte Kündigung ist eine Abmahnung erforderlich, was eine Ausprägung des Prognoseprinzips darstellt, denn dem Arbeitnehmer soll mittels der Abmahnung sowie der Androhung von weiteren arbeitsrechtlichen Konsequenzen konkret vor Augen geführt werden, dass der Arbeitgeber nicht dazu bereit ist, dazugehörige Vertragspflichtverletzungen hinzunehmen. Verletzt ein Arbeitnehmer obgleich einer Abmahnung seine in dem Arbeitsvertrag festgelegten Pflichten in gleichartiger Weise, so ist davon auszugehen, dass er dieses Verhalten zukünftig nicht unterlassen wird. Ob und wie mehrere Abmahnungen vor der verhaltensbedingten Kündigung dargelegt werden müssen, ist maßgeblich abhängig von der Schwere der Pflichtverletzung. Während bei leichten Pflichtverletzungen sowie auch in Bagatellfällen eine entsprechende Abmahnung nicht ausreichend sein kann, so besteht die Möglichkeit, dass in Ausnahmefällen ebenfalls auf der anderen Seite eine Abmahnung entbehrlich sein kann. Vor einer verhaltensbedingten Kündigung muss keine Abmahnung ausgesprochen werden, falls diese von vornherein nicht als erfolgversprechend galt. Insbesondere ist dies dann der Fall, sobald außerordentlich schwerwiegende Vertragspflichtverletzungen vorliegen, bei welchen der Arbeitnehmer bereits zu Beginn wissen muss, dass ein derartiges Verhalten nicht vom Arbeitgeber gebilligt wird, er mit seinem Verhalten den eigenen Arbeitsplatz gefährdet und somit eine verhaltensbedingte Kündigung riskiert.

Informationen zum Arbeitsrecht

Als Hannoveraner Fachanwalt für Arbeitsrecht bieten wir Ihnen mit unserem umfangreichen Lexikon gut herausgearbeitete Hinweise. Neben Begriffen wie Verhaltensbedingte Kündigung informieren wir Sie auch über Verdachtskündigung oder Versteuerung der Abfindung.

Pistorius . Ott
Rechtsanwälte in Partnerschaft Peter Pistorius, Jaana S. Ott, Andreas Löcherer *
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