Tantieme

Das Wichtigste über Tantieme

Sie benötigen notwendige Informationen über Tantieme, konnten bisher aber nicht das richtige finden? Wir wollen Ihnen das Wichtigste über Tantieme erklären. Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit auch persönlich zur Seite.

Wie ist die Definition von Tantieme?

Unter dem Begriff Tantieme versteht man eine Beteiligung des jeweiligen Arbeitnehmers am Geschäftsergebnis des Unternehmens. Anknüpfungspunkt für eine jede Tantieme bildet der Gewinn des Unternehmens, insoweit wird eine Tantieme oft auch synonymhaft als Gewinnbeteiligung beschrieben. Die Tantieme bezeichnet einen Entgeltbestandteil für die vertraglich geschuldete Arbeitsleistung, die im wechselseitigen Austauschverhältnis “Lohn gegen Arbeit” steht und keine Gratifikation darstellt. Ungemein verbreitet ist die Zahlung einer Tantieme im gehobenen Management, an Geschäftsführer oder leitende Angestellte.

Wer hat Anspruch auf Zahlung einer Tantieme?

Der Anspruch auf die Zahlung einer Tantieme steht grundsätzlich dann, wenn dieses vereinbart ist, wobei Rechtsgrundlage der individuelle Dienstvertrag, eine Gesamtzusage, eine Betriebsvereinbarung oder ein Tarifvertrag darstellen kann. Ausnahmsweise wird ein Anspruch aus dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz hergeleitet, falls das Unternehmen generell vergleichbaren Arbeitnehmern eine Tantieme auszahlt. In diesem Fall darf das Unternehmen nicht ohne sachlichen Grund andere Arbeitnehmer von der Zahlung einer Tantieme ausnehmen. In den meisten Fällen ist die Höhe der Tantieme vertraglich genau mit Berechnungsgrundlage und dem Prozentsatz vereinbart. Allerdings ist es aber auch denkbar, die Höhe der Tantieme vom Arbeitgeber festlegen zu lassen. Dieser hat dann ein alleiniges Bestimmungsrecht, muss aber seine Entscheidung über das Ausmaß der Tantieme nach günstigem Ermessen und unter Berücksichtigung der Interessen des Arbeitnehmers nach § 315 BGB treffen.

Was ist der Unterschied zwischen Tantieme und Provision?

Die Tantieme wird dadurch charakterisiert, dass sie vom Erfolg, insbesondere dem Gewinn des gesamten Unternehmens, beziehungsweise eines Unternehmenszweigs bedingt ist. Knüpft die Zahlung allerdings an individuelle Leistungen an, handelt es sich nicht um eine Tantieme, sondern je nach Gestaltung um eine Provision oder um eine Prämie. Die Provision wird in der Regel in Höhe eines gesetzten Prozentsatzes an den, vom Arbeitnehmer überlieferten Geschäften und eine Prämie als weiterführende Zahlung bei Erreichen bestimmter persönlicher Arbeitsergebnisse geleistet. Ein fundamentaler Unterschied zwischen einer Tantieme sowie einer Provision befindet sich somit auch in der direkten Wirkung, die der Arbeitnehmer mit seiner Leistung auf diese Zahlung ausübt. In dem Ausmaß des Gewinns wird die Arbeitsleistung nicht direkt wiedergespiegelt, der Gewinn hängt vor allem von Unternehmerentscheidungen ab und selbst, wenn sich ein Arbeitnehmer tantiemenberechtigt zeigt, so hat er weder den Anspruch, auf Unternehmerentscheidungen Einfluss zu nehmen noch denjenigen, die Unternehmensleitung aufgrund der Unternehmensführung zur Rechenschaft zu ziehen. Eine Mischform zwischen Tantieme und Provision liegt bei den sogenannten Umsatztantiemen vor, sobald die Berechnungsgrundlage nicht vom Gewinn, sondern vom Umsatz dargestellt ist und der Arbeitnehmer dadurch an dem Wert sämtlicher Geschäfte einer Abteilung oder des Unternehmens beteiligt ist. Gemäß der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes beweist eine derartige Zahlung Provisionscharakter.

Tantieme – Anspruch auf Auskunft und Rechnungslegung

Ist der Arbeitgeber zur Zahlung einer Tantieme verpflichtet, so verfügt der Arbeitnehmer über einen aus der Fürsorgepflicht und dem Grundsatz von Treu und Glauben hergeleiteten Anspruch auf Auskunft und Rechnungslegung über den jeweiligen erwirtschafteten Gewinn. Dem Arbeitnehmer soll auf diese Weise die Überprüfung des Umfanges sowie auch derHöhe der Tantieme gewährt werden. Dieser Anspruch umfasst normalerweise die Vorlage der Handelsbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung. Verweigert der Arbeitgeber hingegen die Auskunft, so ist der Arbeitnehmer in der Lage, diesen Anspruch gerichtlich geltend zu machen. Dies erfolgt häufig im Wege einer Stufenklage.

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Pistorius . Ott
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