Medizinischer Dienst

Hinweise über Medizinischer Dienst

Sie recherchieren detaillierte Informationen über Medizinischer Dienst, konnten bisher aber nicht das richtige finden? Als Hannoveraner Rechtsanwaltskanzlei für Arbeitsrecht und Verkehrsrecht wollen wir Sie im Vorfeld auf unserem Lexikon bestmöglich informieren. Wir sind Arbeitsrechtspezialisten und wollen Ihnen daher im Folgenden das Wichtigste über Medizinischer Dienst verständlich näherbringen. Sollten Sie weitere Fragen haben, dann stehen wir Ihnen jederzeit persönlich zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in unserer Kanzlei.

Was ist ein medizinischer Dienst?

Häufig fehlt den Mitarbeitern der Krankenkassen das nötige medizinische Fachwissen, damit die Beurteilung der beantragten Leistung eines Versicherten gerechtfertigt ist oder nicht. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung subventioniert die Krankenkassen und nimmt in den Bundesländern gemäß § 275 SGB V die Aufgaben der Beratung für die gesetzlichen Kranken- sowie Pflegeversicherungen wahr und führt für diese neutralen Begutachtungen aus. Somit wird vom medizinischen Dienst der medizinische Sachverstand zur Verfügung gestellt, welchen die Mitarbeiter der Krankenkassen zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen, er ist unabhängig und unterliegt keinen Weisungen der Krankenkassen. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung wird mit MDK abgekürzt und häufig dann hinzugezogen, wenn etwaige Zweifel an einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit beseitigt werden müssen.

Prüfung der Arbeitsunfähigkeit durch den medizinischen Dienst

Wenn Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit eines Arbeitnehmers aufkommen, sind die Krankenkassen verpflichtet, eine gutachterliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung einzuholen. Der Medizinische Dienst ist besonders dann zur Begutachtung heranzuziehen, wenn

Folgen der Begutachtung durch den medizinischen Dienst für die Entgeltfortzahlung

Arbeitnehmer, die arbeitsunfähig erkrankt sind, haben nach den Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes einen Entgeltfortzahlungsanspruch für eine Dauer von sechs Wochen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des die Arbeitsunfähigkeit attestierenden Arztes kommt nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes ein hoher Beweiswert zu, sodass der Arbeitnehmer in der Regel seine Arbeitsunfähigkeit mittels der Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes schon hinreichend nachgewiesen hat. Wenn ein abweichendes Gutachten des Medizinischen Dienstes vorliegt, bestimmt dies eine andere Situation: Dem Gutachten des Medizinischen Dienstes kommt zwar kein höherer Beweiswert als der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu, dass ein abweichendes Gutachten des Medizinischen Dienstes keine sofortigen Auswirkungen auf den Entgeltfortzahlungsanspruch hat und diesen automatisch entfallen lässt. Nichtsdestotrotz ist durch das abweichende Gutachten des Medizinischen Dienstes und auch in dem Fall, wenn der Arbeitnehmer die Untersuchung mit dem Medizinischen Dienst ohne Grund ablehnt, der Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung minimiert. In dem Fall kann sich der Arbeitnehmer zum Nachweis seiner Arbeitsunfähigkeit nicht pauschal auf die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung berufen, sondern muss über die Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hinaus nachweisen, dass er tatsächlich eine Erkrankung hatte, beziehungsweise hat.

Folgen der Begutachtung durch den medizinischen Dienst für das Arbeitsverhältnis

Das von einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abweichende Gutachten des Medizinischen Dienstes kann sich auf den Bestand des Arbeitsverhältnisses auswirken. Bestehen Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit und werden diese mittels des Gutachtens des Medizinischen Dienstes bestätigt, so ist in Betracht zu ziehen, dass der Arbeitnehmer unentschuldigt gefehlt, beziehungsweise über das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit getrügt hat. Derartige Umstände können sowohl im Anwendungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes etwaige Gründe für eine verhaltensbedingte Kündigung eines Arbeitnehmers bilden als auch insbesondere das eventuelle Vortäuschen einer Arbeitsunfähigkeit, einen wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung darstellen. Auch hier ist durch die Begutachtung des Medizinischen Dienstes der Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erschüttert. Das normwidrige Gutachten des Medizinischen Dienstes bedeutet damit nicht, dass der Arbeitnehmer tatsächlich unentschuldigt gefehlt oder über seine Arbeitsunfähigkeit getäuscht hat. Da grundsätzlich jedoch der Arbeitgeber für das Vorliegen der Kündigungsgründe darlegungs- und beweisbelastet ist und der Beurteilung des Medizinischen Dienstes deshalb kein höherer Beweiswert als der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes zukommt, ist der Arbeitgeber hierbei verpflichtet, die entsprechenden Umstände zu beweisen, was in der Regel ausschließlich über den Einsatz eines Sachverständigen geklärt werden kann.

Kann der Arbeitgeber den medizinischen Dienst einschalten?

Darauf, dass die Krankenkasse bei Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit den Medizinischen Dienst beauftragt, ist der Arbeitnehmer im Allgemeinen nicht angewiesen. Der Arbeitgeber kann zwar nicht mit sofortiger Wirkung den Medizinischen Dienst einschalten aber, wenn der Arbeitnehmer Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, gemäß § 275 Abs. 1 a Satz 3 SGB V verlangen, dass die Krankenkasse eine gutachterliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes zur Überprüfung der Arbeitsunfähigkeit einzieht. Die Krankenkasse ist jedoch in der Lage, von einer Beauftragung des Medizinischen Dienstes abzusehen, sobald sich die Voraussetzungen der Arbeitsunfähigkeit eindeutig aus der Krankenkasse vorliegenden Unterlagen ergeben.

Wir informieren über das Arbeitsrecht

Als Hannoveraner Anwalt für Arbeitsrecht bieten wir Ihnen mit unserem soliden Lexikon profunde Tipps. Neben Begriffen wie Medizinischer Dienst informieren wir Sie auch über Lohnfortzahlung oder Mobbing.

Pistorius . Ott
Rechtsanwälte in Partnerschaft Peter Pistorius, Jaana S. Ott, Andreas Löcherer *
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