Leiharbeitnehmer

Nähere Informationen über Leiharbeitnehmer

Sie benötigen adäquate Informationen über Leiharbeitnehmer, sind aber mit den bisherigen Ergebnissen nicht ganz zufrieden? Wir haben sehr viel Erfahrung über Arbeitsrecht und wollen Ihnen daher im Folgenden das Wichtigste über Leiharbeitnehmer ideal näherbringen. Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit auch persönlich zur Verfügung. Wir freuen uns auf Sie.

Wie ist die Definition von Leiharbeitnehmer?

Das Leiharbeitsverhältnis beschreibt die Situation, wenn ein Arbeitnehmer (Leiharbeitnehmer) mit seinem Arbeitgeber, dem Verleihunternehmen oder Verleiher, einen Arbeitsvertrag vereinbart hat und der Arbeitnehmer im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses an einen Dritten, dem Entleihunternehmen oder Entleiher, zur Erbringung geforderter Arbeitsleistungen überlassen wird. Der entsprechende Arbeitsvertrag besteht zwischen Leiharbeitnehmer und Verleiher sowie der entsprechende entgeltliche Vertrag, welcher über die Arbeitnehmerüberlassung geschlossen wird, zwischen Verleiher und Entleiher. Entleiher und Leiharbeitnehmer schließen keinen gemeinsamen Vertrag ab, weswegen kein Arbeitsverhältnis zwischen beiden besteht, allerdings räumt der Verleiher dem Entleiher die Befugnis ein, den besagten Leiharbeitnehmer nach seinen Weisungen einzusetzen. Immer mehr häufen sich die Inanspruchnahmen von Leiharbeitnehmern bei Betrieben. Zurzeit werden in der Leiharbeit etwa 900.000 Leiharbeitnehmer beschäftigt. Dementsprechend tragen spezifische rechtliche Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Parteien eine immer bedeutendere Rolle in der deutschen Rechtsprechung, speziell in arbeitsrechtlichen Verfahren.

Rechte von Leiharbeitnehmern

Alle besonderen Rechte von Leiharbeitnehmern sowie die Pflichten des Verleihers sind im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) niedergeschrieben. Die Abgabe von Leiharbeitnehmern an das entleihende Unternehmen verläuft grundsätzlich ohne zeitliche Befristung, allerdings regelt § 1 AÜG nach einer Modifikation des AÜG im Jahr 2011 nunmehr in Umsetzung der EU-Leiharbeitsrichtlinie RL 2008/104/EG als notwendige Voraussetzung für eine wirksame Arbeitnehmerüberlassung, dass die Überlassung des Leiharbeitnehmers nur behelfsmäßig erfolgt, jedoch ohne dass der Zeitraum des Einsatzes des Leiharbeitnehmers beim Entleiher gesetzlich konkret geregelt ist. Aufgrund des Fehlens einer konkreten Regelung besteht letztendlich Ungewissheit im Hinblick auf die maximale Dauer, in der ein Leiharbeitnehmer im entleihenden Betrieb eingesetzt werden kann. Dabei besitzt ein Leiharbeitnehmer ein vertragliches Arbeitsverhältnis zum Verleiher und nicht zum Entleiher, welcher dessen Arbeitsleistung in Anspruch nimmt. Dennoch erhält das entleihende Unternehmen mit Vertragsschluss nicht nur die Arbeitskraft, sondern ebenso einen Teil der Verantwortlichkeiten und Befugnisse des Arbeitgebers. Der jeweilige Leiharbeitnehmer besitzt einen Anspruch auf „equal pay“ sowie „equal treatment“, was bedeutet, die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen haben selbigen der Stammarbeitnehmer des Entleihers zu entsprechen. Bei einem Tarifvertrag ist es allerdings auch möglich, dass abweichende Regelungen zugelassen werden, soweit dieser die in einer Rechtsverordnung (nach § 3 a) festgesetzten Mindeststundenentgelte nicht unterschreitet. Im entsprechenden Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Nutzung der tariflichen Regelungen bestimmen. Durch die Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes im Jahre 2011 wurde eine „Drehtürklausel“ neu hinzugefügt, wonach eine Abweichung durch Tarifverträge nicht wirksam ist, sobald der besagte Leiharbeitnehmer innerhalb der vergangenen sechs Monate vor der Überlassung bei selbigem Entleiher schon beschäftigt gewesen ist oder wenn er bei einem weiteren konzernangehörigen Unternehmen wie der angehende Entleiher angestellt war.

Wahlberechtigung/Wählbarkeit von Leiharbeitnehmern

Leiharbeitnehmer haben nach § 7 BetrVG in den Unternehmen zur Betriebsratswahl eine Wahlberechtigung. In diesem Unternehmen sind sie tatsächlich eingegliedert, sofern sie länger als drei Monate im Betrieb beschäftigt werden. Im Sinne des § 8 BetrVG ist es jedoch nicht möglich, als Leiharbeitnehmer die Wahl in den Betriebsrat zu beantragen. Darüber hinaus sind Leiharbeitnehmer bei der Feststellung von der Anzahl der regelmäßig im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer nicht mit zu implizieren.

Alles über Arbeitsrecht

Als Anwalt aus Hannover für Arbeitsrecht bieten wir Ihnen mit unserem Lexikon gut erklärte Ratschläge. Neben Begriffen wie Leiharbeitnehmer informieren wir Sie auch über Kündigungsschutzklage oder Leitende Angestellte.

Pistorius . Ott
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